Bündnis gegen Abschiebehaft Rottenburg / Tübingen

26.01.09 Schwäbisches Tagblatt

»Schläge beim Militär« Abgeschobener Türke soll erneut einen Suizid versucht haben

Rottenburg. Ali Bal, Ende September abgeschobener Rottenburger Häftling, ist in der Türkei zum Militärdienst eingezogen worden und soll bei der Armee erneut einen Selbstmordversuch begangen haben.

Das berichtet Hamit Sucu vom Tübinger Bündnis für Abschiebehaft, der mit dem 21-Jährigen telefonischen Kontakt hält. Wie berichtet, war Bal mit seinen Eltern nach Deutschlandgekommen und hatte hier wegen seiner kurdisch-alevitischen Herkunft Asylantrag gestellt, aber auch, weil er der Einberufung zum Militärdienst in der Türkei aus Überzeugung nicht Folge leisten wollte.

Am 5. August hatte der von Sucu als „psychisch labil“ geschilderte Häftling in seiner Rottenburger Zelle Feuer gelegt, war dann wegen seiner Verletzungen ins Gefängniskrankenhaus Hohenasperg verlegt und schließlich Ende September in die Türkei abgeschoben worden. Weil er auf Nachfrage Kurde als Nationalität angegeben habe, soll Bal beim mehrstündigen Verhör durch die türkische Polizei auf den Istanbuler Flughafen geschlagen worden sein. Nach der Rückkehr in sein Heimatdorf in der Provinz Kahramanmaras in der Südosttürkei ist der 21-Jährige mittlerweile zum türkischen Militär eingezogen worden. Auch von dort berichtete Bal seinem Tübinger Kontaktmann über Schläge. Vom Wachdienst ist Ali Bal demnach mittlerweile suspendiert worden, nachdem er bei einer Schießübung die Waffe gegen sich selbst gerichtet hatte. Inzwischen, so Sücü, sei Bal in eine Psychiatrie der Armee eingeliefert worden. ski

 
bga/presse/20081118.txt · Zuletzt geändert: 09.02.2009 17:46 von euro
 
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